Die grundlegende Frage sollte sich für den angehenden oder arbeitenden Komponisten relativ schnell stellen: „Was hab ich eigentlich anzubieten?“ und noch viel wichtiger “ Ist es gut genug, damit Leute hierfür Geld ausgeben?“.

 

Also nichts wie ran an die Tastatur, das Internet scharf geschaltet und die Google Suche aufgerufen um einen geeigneten Distributor für die Musik zu finden. Oder besser doch nicht?

 

Objektivität:

Es wird immer schwierig sein, seine eigenen Musikstücke objektiv zu bewerten, daher ist es ratsam diese anderen bekannten oder besser völlig unbekannte Personen vorzuspielen und die Reaktionen abzuwarten. Doch was genau sollte eigentlich betrachtet werden? Musik ist doch soooo subjektiv oder nicht?

 

a. Soundqualität

Eine elementare Frage ist die der Qualität der Musik an sich. Kann sich die reine Audioqualität mit anderen (kommerziellen) Produktionen messen lassen? Hört sich die Qualität der Lieblingskomposition ähnlich an wie die Eigene oder gibt es eklatante Unterschiede z.B. im Mixing oder im Mastering. Ist die Lautstärke kompetativ (Stichwort Loudness War), rauscht irgendwas oder gibt es Clicks und andere „kleine“ Störgeräusche?

 

Wer professionell Musik erstellen und verkaufen möchte, auch wenn dies momentan nur ein Nebenverdienst oder Hobby geplant ist, sollte an sich und seine Kompositionen dennoch die höchstmöglichen Anforderungen stellen. Also überprüft euren Mix objektiv aber auch nicht zu kritisch.

 

b. Kompositorische Qualität

 

Die reine Audioqualität mag einen großen Unterschied zwischen Hobbyisten und (Semi)-Professionellen Komponisten ausmachen doch ist längst nicht alles. Je nach eurem favorisierten Themengebiet (Rock, Pop, Epischer Trailermusik etc.) benötigt ihr auf jeden Fall einen gewissen Skill bezüglich der Arrangements und der Struktur eurer Musikstücke. Die gute Nachricht dabei ist, daß dies erlernbar ist und nicht nur auf irgendwelche „Talente“ zurückzuführen ist.

 

Hört euch euer Lieblingsmusikstück nochmals ganz genau an:

 

– welche Instrumente und wie wurden diese eingesetzt?
– wie wurde mit Übergängen umgegangen? Wurden diese geschickt maskiert oder sogar besonders hervorgehoben? (z.B. mit einem Riser oder Soundeffekt)
– wurde alles quantisiert (z.B. Techno oder Trance) oder gibt es eine organische, humanisierte Struktur und kleine absichtliche Fehler (z.B. Orchester und Trailerproduktionen)?
– wie, wann und welche Highlights wurden in eurem Lieblingstrack gesetzt?

 

Versucht so nahe wie möglich an euren Referenztracks auch beim Songwriting ranzukommen. Moooooment! Verrate ich damit nicht meine eigene Identität, mein Kreatives Wesen?

 

Nö nicht die Bohne! Denn bevor meine eigene Kreativität professionell umgesetzt werden kann benötige ich erstmal ein solides Fundament und das kann ich mir von anderen die diesen Schritt bereits erfolgreich gegangen sind abschauen. Später wenn das Fundament gegossen worden ist kann ich anfangen die Regeln zu brechen und „mein eigenes Ding“ zu machen. Die eigene Objektivität zu schärfen ist also ein fundamentaler Bestandteil auf dem Weg um mit der eigenen Musik geld zu verdienen.

 

c. Nutzbarkeit

Bevor man seine Musik an ein Portal oder Soundbiliothek übermittelt soltle man sich auf jeden Fall folgende Frage stellen: “ Ist meine Musik für den Kunden nutzbar? Und wenn ja für welchen Verwendungszweck?“. Es hilft leider nichts die abgedrehteste Komposition zu generieren wenn diese beim Nutzer schlicht und ergreifend nicht einsetzbar ist, da diese zu speziell ist.

 

Für ein Portal welches  gemafreie Produktionsmusik anbietet wie Hartwigmedia ist es daher enorm wichtig zu hören und zu verstehen was sich der Komponist bei seinem Musikstück gedacht hat und wie er sich den Einsatz vorstellt. Bei dem wachsenden Genre der Trailermusik beispielsweise ist es durchaus wichtig kurze „Breaks und Splits“ einzubauen um den Video und Filmproduzenten Gelegenheit zu geben einen passenden Schnitt zu erstellen oder die Dramaturgie zu erhöhen ohne selber großartig das Musikstück auseinander zu schneiden.

 

Bei Trailermusik sollte man ebenfalls auf die grobe Einhaltung der „Three Act Structure“ achten.

 

Veröffentlichung:

Wir bekommen regelmässig Musikstücke von Komponisten angeboten, welche gerne über unsere Plattformen verkaufen möchten. Dies ist eigentlich wie bei einem Vorstellungsgespräch zu sehen: es gibt keinen zweiten – ersten Eindruck!

 

Die Tracks sollten also so perfekt wie möglich sein und es ist absolut keine gute Idee einen Track zu veröffentlichen – sprich diesen einem potentiellen Käuferpool zu offenbaren, wenn man nicht selber 110% ig von diesem Track überzeugt ist. In unserem Fall haben wir meistens nur kurz Zeit über die Tracks drüberzuhören, müssen also relativ schnell entscheiden ob die Musik für unsere Plattform passt oder nicht.

 

Schlechte Mixe oder unstrukturierte Kompositionen sogar schlechte Mp3 Qualität fällt von vornherein also schon mal durchs Raster, weil diese Tracks leider nicht oder nur schwer zu verkaufen sind.

 

Der Release der Musikstücke sollte also gut überlegt werden. Ebenfalls ist es keine gute Idee so viele Tracks wie möglich an potentielle Verkäufer/Distributoren zu übermitteln – die werden sich ja schon das gute Zeugs selber raussuchen richtig?

 

Falsch! Auch Verkaufsplattformen und Musikmarketing Manager müssen mit ihrer Zeit haushalten und hören sicherlich nicht alle 50 Tracks an um sich einen guten davon rauszusuchen. Daher gilt: immer nur die besten und qualitativ hochwertigstens Tracks übermitteln.

 

Damit möchten wir diesen Post fürs erste abschließen und hoffen den einen oder anderen interessanten Hinweis gegeben zu haben.

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